Texte

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Von Mutter Theresa stammen die Worte:

Was ist Kontemplation? Das Leben Jesu leben. Das verstehe ich unter Kontemplation. Jesus lieben, sein Leben in unserem Herzen leben, unser Leben in seinem Herzen leben. Kontemplation bedeutet nicht, dass wir uns in ein dunkles Kämmerlein zurückziehen, sondern dass wir Jesus erlauben, in uns seine Passion zu leben, seine Liebe, seine Demut; mit uns zu beten, mit uns zu sein und durch uns andere heilig zu machen. Unser Leben und unsere Kontemplation sind eins. Das ist nicht eine Frage des Tuns, sondern des Seins. Hier handelt es sich in der Tat um die vollkommene Freude, die der Heilige Geist unserem Geist erwirkt. Er flößt uns die Fülle Gottes ein und sendet uns hinaus in die ganze Schöpfung als seine persönliche Botschaft der Liebe (Mk 16,15).

Diese Worte erinnern an die Spiritualität Maria Sielers. Etwa hier:

In den letzten Tagen wurde mir auch seine neue Gebetsweise gezeigt: das Gebet des Lebens Jesu. ... Jesu Leben war ein ständiges Gebet, weil eine ständige und vollkommene Unterwerfung unter den Vater. Nicht das Beten mit bestimmten Worten ist ja das höchste Gebet, sondern dies: "den Willen des Vaters zu tun". - Das Leben in Gott, das Tun seines Willens steht höher als jedes Gebet in Worten, weil in jenem Gebet des Lebens die unendliche Liebe Gottes wirksam ist und es zum Herzen des Vaters dringen lässt. - In meinem Innenleben hört das Beten in Worten beinahe vollständig auf und es tritt dafür ein das Gebet des Lebens Jesu.

Und hier:

Gestern ging ich zu den Addolorata-Schwestern. Es war so klar und wohl nicht von mir: Jesus will, ich solle mein Leben für immer abschließen, um das seine ganz anzunehmen und zu leben [Anm., Gal 2,20]. Ich sah mich innerlich fähig und auf dieser Stufe angelangt. Jesu Leben mein Leben! An diese unbegreifliche Gnade solle ich für immer glauben. Es schien mir so klar und selbstverständlich. Seine Liebe und sein Leben ist ja mein Leben; seine Ruhe, wie ein unbegrenztes Sein, eine geistige Fülle, die alles bietet und ersetzt und die sich in mir durch seine besondere Gnade wiederholen soll. ... O, dass Jesus Leben ganz in uns zur Vollendung komme nach den Absichten seines Herzens; ich möchte schon ganz treu sein, aber wie sehr fühle ich zugleich eine Furcht und Angst in mir, nicht Unruhe, aber die Furcht, ob ich dann auch entsprechend treu sein werde nach dem Maße der Forderungen Jesu. - Es ist ein vollkommenes Verzichten für immer auf mich, ein Eingehen für immer auf die Pläne Jesu - nie würde ich einen solchen Schritt ohne geistliche Leitung wagen.

Und hier:

Ich verstehe so gut, dass dieses Leben Jesu das Wertvollste ist, was man tun und geben kann. Ich sehe innerlich, wie Jesus "sein Leben in mir" wieder fruchtbar werden lässt, wie es neues Leben wirkt, und weitergeht auf andere Seelen. Selbst wenn man gar nicht tätig sein kann, wirkt das doch weiter und geht weiter auf andere. Jesus will mich bereit machen zu einem "erneuten Leben an seiner Stelle", um dadurch seiner Kirche "neue Gnaden" zu geben. Ich erlebe jetzt Jesus in mir, und zwar so viel von Ihm, kann es aber nicht erklären. Oder eine Erklärung: In Ihm lebe ich, bewege ich mich. Er ist eine lichtvolle Kraft.

Und hier:

Es ist darum mein Vorsatz: Jesu Leben soll nochmals durch Maria in mir gestaltet werden. In ihr will ich mich dem Heiland für seine Absichten ganz zur Verfügung stellen.