Bischof Rudolf Voderholzer (Regensburg) gibt im aktuellen Hirtenbrief Antwort.

Er erklärt den Sinn der um des Himmelreiches willen gewählten Ehelosigkeit:
http://www.bistum-regensburg.de/typo3conf/ext/mediathek_main/uploads/3/2017-Hirtenwort-Fastenzeit.pdf

"Bei kaum einem anderen Thema erlebe
ich heftigere Debatten, als wenn es um die
Ehelosigkeit der Priester geht, um den so
genannten Zölibat. „Lasst doch die Pfarrer
endlich heiraten, dann haben wir auf einen
Schlag wieder genügend Priester, und keiner
muss an Einsamkeit zugrunde gehen“,
so oder ähnlich raten es mir immer wieder
nicht nur der Kirche fernstehende, sondern
auch mit der Kirche eng verbundene Mitchristen.
Ich lade Sie ein, mit mir zu Beginn
dieser Fastenzeit über die damit verbundenen
Fragen nachzudenken, denn wir brauchen
Klarheit in dieser die ganze Kirche
betreffenden Frage. ...

Der tiefste Grund für die Ehelosigkeit der
Priester ist das Beispiel Jesu, des Herrn. [Sic!]
Jesus hat ehelos gelebt und auf die Gründung
einer Familie sowie auf Frau und eigene
Kinder verzichtet. Nicht erst heute ist
diese Lebensform anstößig. ...
Als man ihn deshalb
zur Rede stellt, antwortet Jesus: „Manche
sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche
sind von den Menschen dazu gemacht,
und manche haben sich selbst dazu gemacht
– um des Himmelreiches willen“ (Mt
19,12). ...
Das Zweite Vatikanische Konzil sagt, der
Zölibat sei in vielfacher Hinsicht dem Priestertum
angemessen: Die Priester werden
auf diese Weise Christus, dem sie in der
Liturgie, Verkündigung und im Hirtendienst
ihr Dasein leihen, gleichgestaltet; sie können
sich in ihrem Dienst frei und in ungeteilter
Hingabe den ihnen anvertrauten Aufgaben
widmen; und sie geben ein lebendiges
Zeichen der Hoffnung auf die zukünftige
Welt, in der nicht mehr geheiratet wird und
Gott selbst die Sehnsucht aller Herzen
überreich stillen wird (vgl. Priesterdekret
16) ...
Über die Jahrhunderte hinweg war der
Zölibat Quelle großer geistlicher Fruchtbarkeit
und Überzeugungskraft. ...
Tatsächlich ist der freie und bewusste
Verzicht auf die eheliche Liebe und
auf die Gründung der eigenen Familie keineswegs
etwas „Natürliches“, sie kann nur
„übernatürlich“ – in Nachahmung des Beispiels
Jesu – begründet und als „übernatürliche“
Gnadengabe angenommen werden.
Gerade deshalb muss sie immer wieder
von der Kirche wie auch vom Einzelnen im
Gebet errungen werden. Sie ist deswegen
aber nicht „unnatürlich“ ...
In Wort und Tat, ja mit ihrer ganzen
Existenz, werden sie die Botschaft von seinem
Tod und seiner Auferstehung hinaustragen.
Auch heute braucht es Männer, die
sich mit all ihren Fähigkeiten, mit ihrer Leidenschaftlichkeit
und Liebesfähigkeit vom
Herrn dafür in Dienst nehmen lassen. Die
Ernte ist groß! Bitten wir den Herrn, dass er
Arbeiter in seinen Weinberg sende! [sic!!!]
Allen Frauen und Männern aber, die
durch Taufe und Firmung teilhaben am gemeinsamen
Priestertum aller Gläubigen
und zur Verkündigung des Evangeliums in
der Familie und in den unterschiedlichen
Bereichen des öffentlichen Lebens berufen
sind, zeige der Herr, wo sie die ihnen geschenkten
Gnadengaben gut einbringen
können zur Verherrlichung Gottes und zum
Segen für die Kirche und die ganze Gesellschaft."

Zitate zum Priestersein

  • Das Stundengebet mit Herz und Mund - und bibelkundig - verrichten (Dir 76)

    Damit die Priester die Bedeutung des Stundengebets vertiefen können, ist es nicht nur erforderlich „die Stimme mit dem betenden Herzen in Einklang zu bringen, sondern auch ‚sich eine reichere liturgische und biblische Bildung‘ anzueignen, ‚zumal was die Psalmen betrifft‘“.Direktorium für Dienst und Leben der Priester, Nr. 76, Stundengebet
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