Ein christlicher Friedhof - Trost und Hoffnung in traurigen Stunden

In den weltlichen Medien sind in letzter Zeit nicht selten religiöse Themen präsent. Manche erinnern sich noch an den Bau des Krankenhauses Nord in Wien, bei dem ein „Energetikerkreis“ um das Spital zu Bewahrung „vor dem Bösen“ nach Medienberichten um über 90.000 EUR gelegt worden war. Man könnte meinen, das sei ein Glaube wie das Christentum ein Glaube sei, nicht zu beweisen. Aber die Auferstehung ist eines der besten bezeugten Fakten der Antike, nicht einfach ein "austauschbarer Glaube". Welcher antike Politiker oder Philosoph wird so oft von zeitgenössischen Autoren erwähnt wie Jesus Christus? Die Auferstehung ist der Kern des christlichen Glaubens.

Dabei ist ein wichtiger Aspekt zu beachten:

Die kirchliche Verkündigung ist schon seit der Zeit der Apostel auf der Wertschätzung des Menschen als Ganzem aufgebaut. Deshalb spielt es eine Rolle, wie das Begräbnis gehalten wird. Die Bestattung des Menschen mit seinem unversehrten Körper, der ihn ja das ganze Leben begleitet hat, hat eine wichtige Aussage: Wir glauben an die Auferstehung von den Toten. Jesus ist nicht als Geist den Aposteln erschienen oder als esoterisches Lichtwesen, sondern mit seinem Körper. Seine Wunden an den Händen und Füßen hat er den Jüngern gezeigt: Sie sprechen von seiner Lebensgeschichte. Deshalb werden wir als Christen immer die Auferstehung des Fleisches, wie der Fachbegriff heißt, bekennen. Schon im ersten Jahrhundert gab es Gruppen, die den Körper des Menschen als etwas Böses verdammten. Der hl. Irenäus, der hl. Augustinus und viele andere Theologen haben klargestellt: Das ist keine christliche Auffassung.

Bei den Sakramenten ist auch klarerweise immer der Körper, die Seele und der Geist des Menschen einbezogen: Getauft wird mit Wasser, nicht nur in Worten. Die Kommunion empfangen wir mit dem Brot, dem Leib Christi, nicht nur in Gedanken. Oder welcher Bräutigam küsst nicht seine Braut, wenn er sie liebt? Oder welche Politiker schüttelt nicht die Hand, wenn er jemanden begrüßt? Der Körper des Menschen ist nicht nur ein zufälliges Beiwerk, das man wegwirft. So ist die Bestattung des Menschen als Ganzem ein deutliches Zeichen für die Würde des Menschen. Sie zeigt auch unseren christlichen Glauben an die Auferstehung.

„Wenn der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat, auch euren sterblichen Leib lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.“ (Röm 8,11)

In manchen Familien gibt es niemanden, der regelmäßig ein Grab pflegt. Wie kann man trotzdem eine würdige Grabstätte auf geweihter Erde finden? Es besteht die Möglichkeit, auf dem Friedhof Klein-Engersdorf eine Grabpflege zu bestellen. Die Pfarre bietet künftig auch eine weitere Variante: Der Sarg kann ohne individuelles Grabdenkmal und Einfassung auf einer Wiese auf dem Bereich des Friedhofs bestattet werden. Die Namen der Verstorbenen werden in der Mitte der Wiese um ein Marterl auf Stelen angebracht. Dort können auch Kerzen entzündet werden. Der Friedhof wird von der römisch-katholischen Pfarre Klein-Engersdorf geführt und erhalten. Besonders der Wiesenfriedhof steht Menschen unabhängig von ihrem Wohnort und von ihrer religiösen Überzeugung offen.

Für viele Menschen soll der Friedhof ein Ort der Erinnerung, der Trauer und der Hoffnung auf ein Wiedersehen in der Herrlichkeit Gottes sein.

Ich erinnere mich gerne daran, dass meine Großmutter regelmäßig mit mir auf den Friedhof gefahren ist. Mit dem Rad sind wir zum Friedhof außerhalb des Ortes gefahren, den ihr Großvater als Bürgermeister gemeinsam mit dem Pfarrer angelegt hatte. Wir haben die Blumen gegossen und Kerzen angezündet und dann das Gebet gesprochen, das ich als Priester heute oft verwende: „Herr, gib ihnen und allen verstorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen. Herr, lass sie ruhen in Frieden. Amen.“

Die Pflege der Gräber ist ein Werk der Barmherzigkeit gegenüber den Toten. Allen sei herzlich gedankt, die ihre Familiengräber schön halten und sich für die Pflege des Friedhofs einsetzen.

So werden unsere Friedhöfe und die Bestattung des ganzen Menschen zum Zeugnis für den Glauben an Jesus Christus: „Wenn der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat, auch euren sterblichen Leib lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.“ (Röm 8,11)
Amen.

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