6. Sonntag im Jahreskreis B - 11. Februar 2018

 

Wo ist ein Mensch wohl ausgesetzt,

in seiner Würde tief verletzt,

ist ausgestossen, isoliert,

in seinem Menschsein ganz ruiniert?

Die Krankheit ist´s, die dazu führt,

dass sich im Menschen Ekel rührt

vor seinem Nächsten, der sodann

ihn auch damit anstecken kann. 

Das ist der Grundgedanke heute

in all den Texten, liebe Leute,

die wir an diesem Sonntag lesen.

Ist´s auch vor langer Zeit gewesen,

so gilt auch heute, was da steht,

dass es bei uns genau so geht. 

Wie schnell wird jemand ausgesetzt,

von uns verachtet und verletzt,

weil er nicht ganz genau entspricht,

dem Bild, das wir vorm Angesicht

von unserer Welt, von unsrer Zeit

von Werten, von der Wirklichkeit!

Wer nicht entspricht, wird isoliert

am eignen Leibe er dann spürt,

dass er nicht passt in unser Leben

er muss dem Schicksal sich ergeben,

sich anpassen, selbst verleugnen,

sich allen unsren Normen beugen,

und dann vielleicht, wenn wir es wollen,

wir ihn in unsere Mitte holen. 

Ist das das Recht, auf das wir bauen,

dass so wir auf den Nächsten schauen

ihn erst verändern und verbiegen,

ob wir da wirklich richtig liegen?

Betrachten wir doch hier einmal

was heil´ger Text von dazumal

uns heute wirklich sagen will

und nehmen wir dann an sehr still

die Lehre, die der Herr uns schenkt

und damit unser Leben lenkt. 

 

Levitikus lässt Mose sprechen:

Mit Menschen musst du ernsthaft brechen,

auf deren Haut sich Aussatz zeigt

dem Arzt, der sich darüber beugt

und klar und deutlich attestiert

dass hier ein Mensch befallen wird. 

Nur kein Kontakt, ist der Befehl

nicht anstecken ist unser Ziel!

Von aussen soll man deutlich sehen

Dort wird ein Leprakranker gehen

Und niemand darf sich mehr ihm nah´n

sonst greift die Krankheit ihn auch an!“

Ein hartes Urteil ist gesprochen,

mit einem Menschen wird gebrochen.

Fern draussen, einsam muss er leben.

Man kann ihm nur Almosen geben. 

 

Wenn wirklich wir dem Herrn vertrau´n,

dürfen wir auf die Zeilen schau´n

die Markus heute uns geschenkt,

den Blick auf Jesus nun hinlenkt. 

Er bringt das Gottesreich auf Erden,

wo alle Menschen Brüder werden,

weil sie an einen Vater glauben,

und niemand kann die Würde rauben,

die uns geschenkt als Gotteskind,

wie wir es durch die Taufe sind. 

 

In diesem Reich ist doch kein Platz,

für Ablehnung und Menschenhatz,

für Mauern, die sich Menschen bauen,

mit Argwohn auf die Andern schauen,

mit Angst die Fremden nur beäugen,

die anderem Gesetz sich beugen. 

Die Arme weit offen zu halten

und unsre Welt neu zu gestalten,

als Reich von Frieden und von Heil

das wird durch Jesus uns zuteil. 

Nicht Ekel, sondern Mitleid ist´s,

das auch den Kranken nicht vergisst.

Der Wunsch des Kranken soll es sein:

O Herr, mach mich doch wieder rein

Und weil der Herr mit Vollmacht tut

was Gott nun will, wird alles gut.

Die Freude ist nun grenzenlos

und auch der Drang wird riesengross

nun allen klar und frei zu sagen:

Ich muss die Krankheit nicht mehr tragen!

Ich bin geheilt, bin angerührt,

ich will dass dieser ab jetzt führt

mein ganzes Leben, all mein Sein

Ja, Jesus macht mich wirklich rein!“

 

Das ist der Blick auf Gottes Reich!

Der Stumme spricht und auch sogleich

kann jeder Blinde wieder sehen,

und wer gelähmt war, kann jetzt gehen.

Wo Gottes Herrschaft bricht hervor

wird alles, was der Mensch verlor

an Würde, wieder hergestellt

Das ist die schöne neue Welt.

Der Herr will, dass wir daran bauen,

dass wir auf seine Handlung schauen.

Denn viele werden ausgesetzt

in ihrer Würde tief verletzt,

doch haben wir die Frohe Botschaft

die Heil in unserer dunklen Welt schafft,

weil Christus uns die Wege zeigt,

wer sich in seinem Willen beugt,

der öffnet sicher Hand und Herz,

erkennt auch seines Bruders Schmerz.

Und heilend kann des Herren Wort

dann wirken heute, hier und dort

und alle Menschen können sehen,

wenn sie auf Seinen Wegen gehen,

wird Gottes Reich auch Wirklichkeit.

Der Text aus der Vergangenheit

ist aktuell wie nie zuvor,

weil die Gesellschaft viel verlor,

was sie an Werten einst geschützt

was tief im Herz des Menschen sitzt. 

Ein neuer Blick, und auch viel Mut

um zu bekennen, wäre gut. 

Mit Worten neu den Menschen künden,

wie sie zum Herrn zurück nun finden,

mit Taten auch das Wort belegen

auf allen unsren Lebenswegen. 

Uns ruft der Herr als Zeugen auf

dass unsre Zeit, mit Leid zuhauf

das milde Licht von Jesus sieht

In Liebe neu zu ihm erglüht

und so das Reich das Vaters dann

sich ganz bei uns ausbreiten kann. 

 

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