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Predigten

LESEJAHR A

Allerseelen - 2. November 2017

Unsere Heimat ist im Himmel!“ - Ist das ein billiger Trost, mit dem Paulus den Menschen seiner Zeit die Angst vor dem Tod, vor dem Sterben, ja vielleicht vor dem gewaltsamen Tod als Zeuge für Christus, zu nehmen?

Oder ist es doch eine Grundüberzeugung des Apostels, der viel Unbill auf sich nehmen mußte, um seinen Weg der Ausbreitung des Evangeliums zu gehen?

Eine Grundüberzeugung, die ihn hoffen lässt - weit über die irdischen Grenzen hinaus?

Eine Grundüberzeugung, die wir letztlich von Jesus selbst geschenkt bekommen haben! Er ist den Weg des Leidens mit und für uns Menschen gegangen. Er ist ans Kreuz gestiegen, um uns die Last der Lebenskreuze tragbar zu machen. Er ist den Tod des Menschen gestorben, um diesem Tod die Macht zu nehmen. Er ist in das neue Leben hinüber gegangen, um uns unsere Zukunft zu zeigen!

Das ist, kurz zusammengefaßt, der Auftrag des Gottessohnes in dieser unserer Welt. Einer Welt, die dem Tod verfallen ist, einer Menschheit, die auf diese letzte Schranke des irdischen Lebens nur von einer Seite hinblicken kann, niemals darüber hinaus schauen kann. Einer Menschheit, der dieser einseitige Blick auch Angst macht. 

Die Aussage des Paulus ist keine Vertröstung. Noch weniger eine Entwertung des irdischen Lebens. „Durch die Sünde kam der Tod in die Welt“, sagt uns Paulus an anderer Stelle. Gott will das Leben des Menschen. Jesus erweckt den Jüngling von Nain, er erweckt seinen Freund Lazarus in dieses irdische Leben zurück. 

Er heilt die Kranken, um diesem irdischen Leben neuen Sinn, neuen Wert und neue Qualität zu geben. 

Doch dort, wo der Tod einen Schnitt setzt, dieses irdische Leben beendet, da ist Gottes Liebe, Gottes Sehnsucht nach dem lebendigen Menschen nicht zu Ende! Da nimmt er uns auf in seine Gegenwart, in die ewigen Wohnungen, wie es in der Begräbnisliturgie heißt. Dort, bei Gott, dürfen wir all unsere Liebe geborgen wissen. Als Hoffnung auf ein ewiges Wiedersehen, nicht als Vertröstung unserer menschlichen Blindheit in dieser Welt. 

All unsere Trauer um liebe Menschen, die der Tod aus unserer Mitte gerissen hat. All unser Schmerz, weil Menschen einen Platz in unserem Leben hinterlassen haben, den niemand anderer jemals ausfüllen kann. All das Leid des Menschen, das der Tod hervorruft, werden von Gott eingeborgen in seine Verheißung, dass unsere Zukunft nicht Untergang und Tod und Verderben ist, sondern Leben und Ewigkeit. 

Amen. 

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