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Predigten

LESEJAHR A

Pfingstmontag 

„Rettet den Heiligen Geist!“ - Keine Angst, ich gründe jetzt keine neue Bürgerinitiative oder Grün-Gruppe, die den Wahlsprüchen „Rettet den Regenwald“ oder „Rettet die Wale“ oder ähnlich noch einen weiteren hinzufügt. 

Vor allem - so können Sie jetzt einwenden - wieso braucht der Heilige Geist gerettet zu werden? Ist er nicht eine der drei göttlichen Personen, ewig, unantastbar, unsterblich, usw.? - Ganz sicher! Doch ich bin überzeugt, dass der Heilige Geist in uns, in unserer Kirche, in unserer Welt der Rettung bedarf!

„Lang ists her!“, können wir mit Fug und Recht über das Pfingstfest damals in Jerusalem sagen. Fast 2000 Jahre sind ins Land gezogen. Von damals hören wir von einem schier unglaublichen Aufbruch in der jungen Kirche, von einer nicht mehr zu bremsenden Begeisterung. Wie ein Sturm führt Gottes Geist durch die Gemeinde, weckt die Zuversicht und den Mut, wo Freunde Jesu aus lauter Angst die Türen verschlossen hielten. 

Und heute? - Wir haben 9 Tage lang um die Herabkunft des Heiligen Geistes gebetet. Jetzt ist das Pfingstfest da, schon fast vorbei - Ist auch der Heilige Geist für uns wieder Geschichte, Vergangenheit?

Rettet den Heiligen Geist!  Rettet ihn vor jenen, die glauben, ihn zu haben, aber für ihre Mitmenschen unerträglich geworden sind. Rettet den Heiligen Geist vor jenen, die sich auf ihm ausruhen wollen wie auf einem Ruhekissen, die die Welt und die Kirche nur rosarot und wunderschön sehen, anstatt auch die Furchen und Falten, die Schattenseiten zu erkennen - und Schritte zu setzen, den Geist wieder neu zuzulassen in ihrem Leben und in ihrer Welt. 

Rettet den Heiligen Geist vor jener postmodernen Mentalität, die uns auch als Christen gefangen nimmt in den Modesätzen: „Ja früher einmal…“  und „das geht heut nicht mehr“ - auch in der Pfarrarbeit muss ich immer wieder diese Sätze hören! 

Rettet den Heiligen Geist vor jenen, die meinen, alles müsste immer im gleichen Schema laufen - und keine Initiative für einen Neubeginn mit der Hilfe des Geistes setzen. 

Der Geist Gottes ist heute so wirkmächtig wie damals in Jerusalem. Er will auch aus uns, aus mutlosen, angepassten, oft auch müde gewordenen Christen leuchtende Zeugen für Gottes Reich und Christi Erlösungstat machen. Er will uns aus alten Gleisen herausreissen, neue Wege in der kirchlichen Arbeit einschlagen lassen. Er will uns zeigen, dass auch heute Menschen begeistert und begeisterungsfähig sein können - wenn wir es zulassen. 

Komm Heiliger Geist - und bleib bei uns, in unserem Leben, in unserer Arbeit, bei unserem Zeugnis für dich, den lebendigen und wahren Gott, der uns in Jesus Christus seine ganze Liebe gezeigt hat. 

Amen. 

 

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