4. Sonntag der Osterzeit, 7. Mai 2017

Liebe Schwestern und Brüder, versammelte Gemeinde!

Der Sonntag des Guten Hirten, der 4. Sonntag der Osterzeit, bringt uns wieder de Worte Jesu näher, wie er als Guter Hirt seine Herde, seine Kirche, führen möchte. Und es liegt an uns, die Frage im Herzen zu bewegen: Wer ist dieser Herr Jesus Christus für mich? Wie kann ich ihn als Guten Hirten in meinem Leben annehmen? Bin ich bereit, auf seine Stimme zu hören? Bin ich fähig, seine Stimme herauszuhören aus den vielen lauten Worten unserer Tage?

Sind wir fähig, die Stimme Gottes, seinen Willen herauszuhören aus dem, was mir - auch seitens der Kirche oder der Theologen - an Worten geschenkt wird. 

Von der Petruspredigt haben wir heute in der Apostelgeschichte gehört. Und wenn Petrus in etwa so gepredigt hätte: „Die Auferstehung bedeutet nicht den Beginn einer neuen, mit anderem Neuen erfüllten, die Zeit weiterführenden Lebensperiode Jesu, sondern gerade die bleibende, gerettete Endgültigkeit des einen, einmaligen Lebens Jesu, der gerade durch den freien Tod im Gehorsam diese bleibende Endgültigkeit seines Lebens gewann.“ oder „Wenn die Auferstehung Jesu die gültige Bleibendheit seiner Person und Sache ist und wenn diese Person-Sache nicht die Bleibendheit irgendeines Menschen und seiner Geschichte meint, sondern die Sieghaftigkeit seines An- spruchs bedeutet, der absolute Heilsmittler zu sein, dann ist der Glaube an seine Auferstehung ein inneres Moment dieser Auferstehung selbst und nicht die Kenntnisnahme einer Tatsache, die von ihrem Wesen her ebensogut ohne die- se Kenntnisnahme bestehen könnte.“  - Na super! 

Hätte Petrus so gepredigt, keinen toten Hund hätte er hinter dem Ofen hervorgeholt. Das konnte sich nur ein Karl Rahner im 20. Jahrhundert leisten. Möglichst verschachtelt und unverständlich, um die eigenen Zweifel zu verheimlichen. Petrus predigt voll persönlicher Überzeugung!

Die Apostelgeschichte berichtet, dass die Worte des Petrus die Menschen „mitten ins Herz trafen“ - Und mehr noch. Die Menschen waren nicht nur im Herzen berührt von der Petruspredigt, sie fragten auch „Was sollen wir tun, Brüder!“ - Die Menschen haben also verstanden, dass es um mehr gehen muss, als einfach der Predigt zuzuhören, sich (hoffentlich!) anrühren zu lassen - und damit genug!

Wir dürfen heute verstehen lernen, dass es um mehr gehen muss, als einfach den Sonntagsgottesdienst mitzufeiern, (hoffentlich!) das Gotteslob in die Hand zu nehmen, um die Lieder mehr oder weniger mitzusingen (oder auch nicht…!). 

Es geht um unsere Berufung, um unser eigenes Lebenszeugnis für den Herrn! - So wie es Petrus getan hat und die anderen Apostel. 

Von der Berufung spricht uns heute der Apostel Petrus. Von der Bereitschaft, Leiden zu erdulden, obwohl (oder gerade weil) wie recht handeln. Denn christliches Zeugnis stößt heute so wie zu jeder Zeit auf Widerspruch. Zeitungsberichte vor Ostern haben in erschreckender Weise gezeigt, wie die Christen die meistverfolgte Religionsgemeinschaft der Welt sind! Und damit ist in erster Linie natürlich die konkrete Verfolgung in den verschiedenen Ländern gemeint. Ausübung des christlichen Glaubens, ja die Feier der Heiligen Messe ist in vielen Ländern der Welt unter schwerer Strafe verboten. Der sogenannte „arabische Frühling“ hat in diesen Ländern zu einer vermehrten Verfolgung der Christen geführt. Der Islamische Staat tut sein übriges dazu. 

Doch auch in unserem Land gibt es diese - war nicht so brutale - Verfolgung. Da geht es um das Aufhängen der Kreuze in Klassenzimmern, da treten ehemals christliche Parteien für unchristliche Gesetzesregelungen ein. Da wird zum Abtreibungsmord (leider auch kirchlicherseits) geschwiegen!

Die Worte des Apostels Petrus dürfen uns heute neu ins Herz treffen. 

Vertrauen wir auf den Guten Hirten! Suchen wir ihn. Suchen wir seine Spuren in dieser Welt. Erwecken wir neu die Freude, zu seiner Herde, zur Kirche gehören zu dürfen. Und legen wir Zeugnis ab für das Leben, das er uns durch seinen Tod und seine Auferstehung erworben hat. 

Amen.

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 button praedicatio; Till Magnus Steiner;

 

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