26. Dezember - Hl. Stephanus

Da ist einer, der nicht ins Bild passt. Nicht in das Bild der Krippen-Idylle, des Friedens auf Erden, des Engelgesangs, der niederknieenden Hirten, der Weisen aus dem Morgenland. Nicht in das Bild eines angepassten Christentums, das eher wie ein Schmuckstück getragen wird anstatt als Lebensinhalt und Lebensgestaltung. Nicht in das Bild einer falschen Harmonie und Gleichmacherei aller Weltanschauungen, Religionen und Kulturen, ohne die jeweilige Eigenheit zu wahren und das eigene Selbstverständnis klar zu definieren. 

Da ist einer, der nicht ins Bild passt. Stephanus, gelehrt und hochintelligent, Kenner der Heiligen Schrift und vor allem Kenner des „Neuen Weges“, den Jesus Christus durch seine Erlösungstat am Kreuz und durch seine Auferstehung begründet hat. 

Die Kirche fordert uns auf, sehr schnell erwachsen zu werden. Erwachsen werden mit diesem Kind aus dem Betlehemstall. Erwachsen werden im Glauben und im kirchlichen Leben, das nicht nur aus Friede und Freude besteht, sondern sehr oft auch aus Kampf. Nicht aus fundamentalistischer Abgrenzung und Bunkermentalität, aber aus dem täglichen inneren Kampf um die Wahrheit, um ein Leben, das dem göttlichen Licht standhält. 

Da ist einer, der nicht ins Bild passt. Damals nicht und heute nicht. Einer, der den Mund aufmacht und seine Überzeugung, dass Christus der Herr und Erlöser, der erwartete und ersehnte Messias ist, lauthals kundtut. 

Den Mächtigen damals war er ein Dorn im Auge, wie die Kirche und ihre Vertreter, die Eintreten für die Wahrheit, für Freiheit und Menschenwürde es auch heute sind. 

Wer nicht ins Bild passt, muss entfernt werden. Damals hat man den Stephanus gesteinigt, heute fliegen meistens mediale Brocken auf die Kirche und ihre Vertreter. 

Doch so leicht kann man die Frohe Botschaft, die Wahrheit von Heil und Erlösung nicht besiegen. Stephanus sieht den Himmel offen. Er sieht den Herrn Jesus Christus, den Menschensohn zur Rechten des Vaters. Er sieht, was wir im Credo immer und immer wieder bekennen. 

Stephanus ist uns damit Vorbild für unser eigenes Auftreten als Christen. Wenn wir nur so leben, dass wir als Christen nicht auffallen, leben wir nicht mehr als Christen. Stellen wir uns der Herausforderung dieser postmodernen, säkularisierten Welt. Und hören wir niemals auf, den zu bekennen, der als der Gesalbte Gottes  Kind in Betlehem, Heiland und Erlöser, ja Herr in ist in Ewigkeit. Amen. 

 

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 button praedicatio; Till Magnus Steiner;

 

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