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Predigten

HERRENFESTE UND HEILIGE

8. Dezember 2017 -  Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen  -Jungfrau und Gottesmutter Maria

Alle Dramatik des Menschseins wird uns in der ersten Lesung vor Augen gestellt. Sünde als Abkehr von Gott heißt Gottferne. Wer sich von dem liebenden Gott wegwendet, der verliert ihn aus dem Auge.

Und menschlich betrachtet erscheint es, als ob Gott sich zurückzieht, nicht mehr zu erkennen gibt. Gott erscheint dunkel und bedrohlich. An Adam und Eva, an der Ursünde des Menschen wird uns dies von der Bibel erklärt. Und zugleich hat diese so dunkle Stelle der Ur- und Grundgeschichte des Menschen etwas Verheißungsvolles, das erst im Licht des Neuen Bundes, im Blick auf die selige Jungfrau Maria verstanden werden kann. „Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau“, sagt Gott zur Schlange. Und im Blick hat er hier schon die neue Eva, Maria, die den todbringenden Unheilszusammenhang dieser Welt aufbricht durch ihr offenes Ja zum göttlichen Plan. 

Das Dunkel des Sündenfalls wird erhellt durch das strahlend weisse Licht der Verkündigungsszene, die uns Lukas im Evangelium wiedergibt. Und wie das weiße Licht alle Farben in sich enthält, so fasst der Gruß des Engels „Sei gegrüßt, du Begnadete“ alle geschaffene Schönheit zusammen. Wozu ist diese junge Frau aus Nazareth imstande, die - wie das II. Vatikanische Konzil sagte - den Heilswillen Gottes mit ganzem Herzen und von Sünde ungehindert umfängt? Wozu hat Gott dieses Mädchen auserwählt? Was bedeutet „begnadet“. 

Maria überlegte, „was dieser Gruß zu bedeuten habe“. Gnade, das heißt ein Geschenk, das mir unverdient und unerwartet zuteil wird; nicht zufällig, wie in der Lotterie, sondern aus Güte, aus Zuneigung, ohne Erwartung einer Gegenleistung. 

Blickt man in die romanischen Sprachen, so hat Gnade eine weitere, sehr sympathische Bedeutung: Grazie, Anmut, Schönheit, Charme. 

So ist Gnade also Gabe und Geschenk, sie schafft Anmut und Schönheit - und wir merken, wie schwerfällig unsere Begriffe sind, wenn wir an die allerseligste Jungfrau Maria denken. Paulus nennt die herrliche Gnade beim Namen: „Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn“ - Im Hinblick auf diese Gnade aller Gnaden, auf die Menschwerdung Gottes zur Erlösung des Menschen, zur Befreiung aus den Verstrickungen in Sünde und Tod - im Hinblick auf diese herrliche Gnade hat Gott alles getan, um den Weg zu bereiten. An Maria sehen wir den Weg des Heiles, den Gott gewählt hat. 

Amen. 

 

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