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Predigten

HERRENFESTE UND HEILIGE

1. Januar - Hochfest der Jungfrau und Gottesmutter Maria

Liebe Gläubige, versammelte Gemeinde!

Oft haben wir Bilder der Mutter Gottes mit dem Kind in ihren Armen gesehen. Die christliche Frömmigkeit hat das Fest, das wir heute feiern, auf vielfältige Weise dargestellt. Das Fest der Mutterschaft Mariens stellt uns ja jenes Schlüsselereignis vor Augen, das das Leben Mariens erhellt und ihre ganz besondere Stellung im Heilsplan Gottes erklärt. 

Wir preisen unseren Vater im Himmel am heutigen Tage,  weil Maria vom heiligen Geist überschattet, seinen eingeborenen Sohn empfangen und in unversehrter Jungfräulichkeit das ewige Licht geboren hat, unseren Herrn Jesus Christus. 

Und mit dem Eingangsvers der Heiligen Messe rufen wir Maria zu: „Gruß dir, heilige Mutter, du hast den König geboren“

Im Morgengebet der Kirche, in den Laudes haben wir gebetet: „einen König hat uns Maria geboren, Ewiger ist sein Name. Mutter ist sie und Jungfrau, niemand kommt ihr gleich!“

Maria ist Mutter Gottes und unsere Mutter. Mit Leib und Seele ist sie im Himmel. Die Bibel beschreibt sie uns als die unter allen Geschöpfen ausgezeichnete, gebenedeite und am höchsten gepriesene Frau, die Begnadete, die von sich selber sagen kann: „Von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!“

Jesus gab uns Maria in dem Augenblick zur Mutter, da er ihr, ans Kreuz genagelt, sagte: „Frau, siehe dein Sohn! Sohn, siehe deine Mutter!“

So hat er auf neue Weise seine eigene Mutter dem Menschen anvertraut. Jenem Menschen, dem er das Evangelium übergeben hat. So hat er sie allen Menschen verbunden. Von jenem Tag an ist sie die Mutter der ganzen Kirche und aller Menschen. Und wir dürfen täglich neu begreifen, dass die vom Kreuze herab gesprochenen Worte Jesu an jeden einzelnen von uns gerichtet sind. 

Jesus blickt jeden von uns an, wenn er sagt: „Siehe, deine Mutter“. Und jeder von uns hat bei Jesus das Attribut des Johannes: „Der Jünger den Jesus liebte“. Wir alle sind Lieblingsjüngerinnen und –jünger Jesu. Und an Johannes dürfen wir lernen, wie wir mit der seligen Jungfrau Maria umgehen sollen. Er nimmt sie voll Zärtlichkeit in sein Haus auf. Er umhegt sie. Er nimmt sie in sein Leben auf. 

eDie geistlichen Schriftsteller sahen in den Worten des Evangeliums eine einladung an jeden einzelnen von uns Christen, Maria ebenso in unser Leben aufzunehmen. Sie will entscheidend auf unser Leben einwirken. Wenn wir so manche Marienwallfahrtsorte ansehen, finden wir dort unzählige Votivtäfelchen mit der einfachen Inschrift: „Maria hat geholfen“. Unser Leben müsste eigentlich mit ebenso vielen Votivtäfelchen geziert sein, wenn wir mit dankbarem und wachen Herzen all die Gnadenerweise unseres Lebens erkennen, die uns durch Maria aus Gottes Hand geschenkt worden sind.  

An diesem Festtag Unserer Lieben Frau sollten wir uns fragen, ob wir es verstanden haben, sie so aufzunehmen, wie der heilige Johannes. Ist uns das Rosenkranzgebet wertvoll und wichtig geworden für jeden Tag unseres Lebens? Oder meinen wir immer noch in einer Spät-68er-Haltung, dass man „so was ja nicht beten könne!“. 

Bitten wir die selige Jungfrau, dass wir sie immer tiefer und immer liebevoller in unserem Leben aufnehmen können. „Dich als Mutter zeige, gnädig dich uns neige!“ singen wir in einem alten Marienlied. Wir wollen sie aufnehmen und durch unsere Werke der Gottes- und Nächstenliebe zeigen, dass wir gute Kinder dieser wunderbaren Mutter sind. 

Amen. 

 

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 button praedicatio; Till Magnus Steiner;