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Predigten

HERRENFESTE UND HEILIGE

Pfingstmontag, 16. Mai 2016
Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!
"Wir haben noch nicht einmal gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt." - Diese Lesung aus der Apostelgeschichte, die uns am Pfingstmontag geschenkt wird, hat es in sich. Natürlich können wir diese auch bei so manchen Firmgottesdiensten verwenden, besonders dann, wenn sich die Firmkandidatinnen und -Kandidaten als ganz unbedarft und von keiner religiösen Bildung belastet gezeigt haben.


Aber wir sollten gar nicht so einfach mit dem Finger auf die Firmlinge zeigen, sondern überlegen, ob wir uns nicht auch selbst an die Brust klopfen müssen, wenn wir diese Lesung hören. Wir wissen wohl um die Existenz des Heiligen Geistes. Mehr oder weniger selbstverständlich und unbedacht nennen wir ihn im Kreuzzeichen, am Ende der Gebete, im "Ehre sei dem Vater" beim Rosenkranz oder im Stundengebet, wir bekennen unseren Glauben an den Heiligen Geist im Credo. Aber haben wir verstanden, wie dieser Geist Gottes als lebendigmachende, alles durchwirkende Kraft unser Leben bestimmen sollte? Oder nehmen wir statt dieses göttlichen "Sprits" nur den kraftarmen menschlichen Geist? Glauben wir, dass menschlicher Intellekt alles bestimmen sollte? So, wie in der Gesellschaft von heute mit dem göttlichen Willen umgegangen wird, scheinen wir auch nicht mehr zu wissen, dass es einen Heiligen Geist gibt.
Ebenso darf es uns auch bei der zweiten Lesung ergehen. "Wir sind Erben Gottes und Miterben Christi.", postuliert der Heilige Paulus im Römerbrief. Sind wir bereit, dieses Erbe - auch mit allen Konsequenzen, allen Verpflichtungen - anzutreten? Oder weisen wir es zurück, weil wir uns als Menschen eine schöne neue Welt geschaffen haben, ohne Gott, weil wir das Leid aus unserem Bewußtsein streichen, weil ja die Werbung uns immer Kraft und Freude und Sonnenschein vorspiegelt?
Aus Liebe ist Gott Mensch geworden - das haben wir im Evangelium gehört. Aus Liebe hat der Gottessohn sein Leben hingegeben für uns. Und hat uns seinen Geist gesandt, dass wir uns von diesem Geist leiten lassen können, nicht vom menschlichen Ego, vom Ungeist einer Welt, die mehr und mehr in die Gottferne driftet. Paulus ruft uns auf, dass wir uns nicht versklaven lassen unter dem Geist dieser Welt, unter dem Diktat der Moden und Meinungen und Ideologien. Er ruft uns auf, dass wir Gottes Geist als Richtschnur annehmen, unsere Gotteskindschaft bejahen und dafür Zeugnis ablegen.
Ein Kirchenjahr lang haben wir wieder Zeit, uns in dieser Aufgabe zu bewähren - Gottes Geist will uns dabei helfen, uns stärken und führen.
Amen.

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