Künftig gilt es für alle ganz förmlich: Auch Frauen dürfen für die Liturgie der Fußwaschung am Gründonnerstag ausgewählt werden. Papst Franziskus bestimmte dies in einem Brief an Kardinal Robert Sarah, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, verfasst am 20. Dezember und veröffentlicht am heutigen Donnerstag.

Der Papst schreibt dem Kardinal, dass er schon seit einiger Zeit über den Ritus der Fußwaschung in der Liturgie der Abendmahlsmesse am Gründonnerstag nachgedacht habe, mit der Absicht, die Art und Weise zu verbessern, in der sie durchgeführt wird, damit sie vollständiger die Bedeutung der Geste Jesu im Abendmahlssaal widerspiegelt, „seine Selbsthingabe bis zum Letzten für das Heil der Welt, seine grenzenlose Liebe.“

„Nach reiflicher Überlegung“, fährt er fort, „habe ich beschlossen, etwas im Römischen Messbuch zu ändern.“ Er erkläre daher, dass der Abschnitt, der bislang für die Fußwaschung nur Männer und Jungen vorsah, künftig die Auswahl der Teilnehmer im Ritus unter allen Mitgliedern des Volkes Gottes vorsieht. „Ich empfehle auch, dass eine angemessene Erklärung des Ritus für diejenigen zur Verfügung gestellt werde, die ausgewählt worden sind“, schreibt er.

Die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung veröffentlichte am Donnerstag ein Dekret, das auf den 6. Januar datiert ist. Die Reform der Karwoche, durch das Dekret Maxima Redemptionis nostrae mysteria vom November 1955, biete die Möglichkeit, durch die Fußwaschung von zwölf Männern während der Messe des Abendmahls, nach der Lesung des Evangeliums nach Johannes, annähernd die Demut und Liebe Christi für seine Jünger darzustellen. Sie erinnert an die Worte Jesu: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.“ Bischöfe und Priester seien aufgefordert, sich eng an Christi Beispiel anzunähern.

Um die volle Bedeutung des Ritus denen zu zeigen, die daran teilnehmen, änderte Papst Franziskus nun die entsprechende Regel. Hirten könnten eine Gruppe von Gläubigen, die die Vielfalt und die Einheit des Volkes Gottes zeigten, auswählen. Diese Gruppe könne sich aus Männern und Frauen, und im Idealfall Jungen und Alten, Gesunden und Kranken, Klerikern, Ordensleuten und Laien zusammensetzen. Diese Neuerung wird in den liturgischen Büchern des römischen Ritus eingefügt, unter Hinweis an die Hirten, sowohl die gewählten Gläubigen als auch andere angemessen anzuweisen, so dass sie sich am Ritus bewusst, aktiv und fruchtbar beteiligen können.

Der Brief ist hier abrufbar (auf Italienisch). Auch auf Italienisch kann man den Text des Dekrets hier nachlesen. Der lateinische Text ist hier abrufbar.

Quelle: zenit.org

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